Schlappsturz 04.07.2010

"Schlapp" war heute das große Thema: Schlappsturz, schlappe Kamera, schlappe Schwerverletzte … aber das Fahren war trotz sengender Hitze gar nicht schlapp! Immerhin hat es gereicht, einmal mehr die Fußrasten zum Glühen zu bringen. Aber der Reihe nach:

Schon am Morgen an der Brücke hielt das Wetter, was die Frösche prophezeit hatten: strahlende Sonne satt. Da durfte es neben dem Kaffee auch schon die ersten kühlenden Getränke sein. Mit dabei waren heute Andrea und Jürgen, Leateresa, Manuela und Peter, Silke, Andreas, Bernd, Chris, Heiko, Jörg, Raimund, Uwe und meiner Einer.









Wir machten uns abfahrbereit



und dann ging es "hintenrum" los. Wir fuhren über die Königstraße



zur Glienicker Brücke





und nach



hinein. Die ersten Schweißperlen standen uns schon unter den Helmen, als wir uns durch den Stadtverkehr quälten. Aber irgendwann war es geschafft und der Fahrtwind auf den freien Strecken sorgte für ein bisschen Erholung.





Es ging über Fahrland, Priort, Nauen und Hertefeld. Und eigentlich hatte ich geplant, vor dem "Wassergeläuf" noch zu warnen. Aber dafür war die Überraschung umso größer. Die tückische Buckelpiste in Richtung Dreibrück, die bei entsprechendem Tempo auch den schwersten Biker aus dem Sattel hebt sorgte bei der gleich anschließenden Pause für richtig gute Laune. ;-)





Wir fuhren über Lobeofsund, Warsow, Klessen und Stölln weiter in das Havelland hinein. Und wie immer wurden die Straßen zu Sträßchen.







Hinter Rhinow ging es steil nach Norden. Über Rübehorst, Roddahn und Voigtsbrügge erreichten wir Kümmernitz. Ein Stück nördlich davon lag unser Tagesziel: der Schlappsturz.



Der Schlappsturz ist trotz der Staubefestigung ein natürliches Gefälle des Königsfließ, das sich in der Breddiner (Kümmernitzer) Schweiz über sechs Kilometer durch feuchte Wiesen und Waldbereiche zieht und dadurch der natürlichen Entwässerung des Gebietes dient. Die ganze Gegend ist unter diesem Namen auch als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Wir nahmen die Anlage genau in Augenschein.





Und von oben gab es offenbar den besten Ausblick. ;-)



Wir marschierten zurück zu unseren Maschinen und steuerten über Müggenbusch, Havelberg, Jederitz und die anschließende Kurvenstrecke (auf der meine linke Fußraste den Asphalt zerschrammte) Kuhlhausen an. Hier wollten wir eigentlich Essen fassen. Aber weit gefehlt. Die Wirtsleute hatten gerade eine Silberne Hochzeit bewirtet und hatten keine Lust noch mehr Umsatz zu machen. Also sattelten wir wieder auf und suchten nach der nächst besten Gelegenheit für Speis und Trank. Schließlich wurden wir in Rhinow fündig.

Während unsere Moppeds eine verdiente Pause machen durften,



orderten wir erst einmal kühles Nass und warme Stärkung.







Satt und glücklich machten wir uns wieder auf den Weg. Es ging über Feld





und Wald.





Wir passierten Elslaake, fuhren westlich um den Hohen Nauener See herum und hielten bei Semlin Ausschau nach einer Bademöglichkeit. Aber mangels einer geeigneten Kaffee-Trink-Location düsten wir weiter. Bei Ferchesar ging es südöstlich nach Nennhausen und vorbei an Garlitz, Butzow und wieder in einem Haken am Beetzsee vorbei. Aber auch dort keine Plansch-und-Kaffee-Trink-Gelegenheit.

Weil sich Potsdam in schnellen Schritten näherte und ich schon Klassenkeile befürchtete, wenn es nicht noch ein kühles Nass zum Hineinspringen gäbe, unternahmen wir einen gewagten Versuch: wir testeten einen versteckt gelegenen Plattenweg, der uns nahe an die Havel führte, die dort den Trebelsee durchfloss.

Nach ziemlichem Geholper und einem Fast-Ausrutscher auf dem unebenen Weg erreichten wir den Havel-Deich.



Uns bot sich eine einladende Badestelle. Rückstände von Lagerfeuer deuteten an, dass der Platz den Einheimischen bekannt war und das hätte eine Warnung sein sollen. Wir ließen erst einmal die Hüllen fallen und tappsten über wahrhaft spitze Steine ins Wasser und tauchten in die Havel ein. Ein paar Plansch-Zweikämpfe dienten der Austragung diverser Zwistigkeiten und nachdem sich die Körpertemperaturen wieder gesenkt hatten, ging es zurück an Land. Und da gab es dann die unangenehme Überraschung: die spitzen Steine waren nicht nur Steine. Jörg und mich hatte es ganz schön erwischt. Nicht nur die Hände waren blutig sondern auch noch die Füße. Offenbar hatte ich in einem wahren Scherbenhaufen gestanden.

Glücklicherweise war Raimund bestens ausgerüstet. Er holte seine beiden Verbandstaschen und zusammen mit Leateresa wurde ich von den beiden dann nach Strich und Faden verarztet. Insgesamt wurden neun Pflaster auf meinem Körper verteilt und abends nach der Dusche habe ich noch einmal nachgezählt: es waren insgesamt 26 (in Worten: sechsundzwanzig) kleinere und größere Schnitte an Händen und Füßen. Da macht das Auftreten wirklich keinen Spaß mehr. Aber ein großes Dankeschön für die SMH (für die eingefleischten Wessis: "Schnelle Medizinische Hilfe"). Ich glaube, den Ort dieser idyllischen Badestation behalten wir lieber für uns. :-(

Wir traten den Schlußspurt an: über Ketzin, Falkenrehde und Bornim ging es wieder nach Potsdam.





Und über die Glienicker Brücke



kamen wir wieder nach Berlin, wo uns eine gut gefüllte Spinnerbrücke in Empfang nahm.



Diesmal mussten wir hier das große Ritual abhalten. Manuela, Peter und Andreas erhielten für tapferes 1.000 km Mitfahren das "Goldene Band". Leider habe ich davon keine Fotos, weil meiner Kamera inzwischen die Luft ausgegangen war. Aber trotzdem: Herzlichen Glückwunsch!

Bei kalten Getränken ließen wir den Tag dann ausklingen. Und zu Buche schlagen 252 km, die mit einer tollen Truppe und bei lockerer Stimmung zurückgelegt wurden. Ein bisschen heiß war es schon. Aber was haben wir noch im April über die Kälte geschimpft. ;-)

Bis zum nächsten Mal!

Gruß Ron